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5. Bietigheimer Fackellauf im Rückblick

Fackelläufer im Blitzlicht-Gewitter – Der 5. Joe Nimble Fackellauf

Fackel im DunkelnLäufer sind tapfere Recken. Denn nahezu 500 Läuferköpfe reckten sich tapfer in den Nachthimmel um das Spektakel der Wolken zu interpretieren. Die Wettervorhersage für den Abend und die Nacht war kritisch. Und viele Läufer begrüßten sich mit den Worten „Moinsch s’hebt?“ (das ist schwäbisch und bedeutet so viel wie „Was meinst Du? Wird es trocken bleiben?“).
Tatsächlich zogen zum Start um 22 Uhr auch dunkle Wolken auf. Und die Blitzlichter der Fotografen ließen manchen Läufer zusammenzucken, weil er befürchtete das drohende Gewitter käme schneller wie erwartet.
Auf den drei Runden à 3,3km blitzte es dann am Horizont gewaltig. Auch ein paar einsame Tropfen verirrten sich auf die Felder zwischen Bietigheim und Ingersheim. Aber bei den Regenfällen der vergangenen Woche sind ja so ein paar Nachzügler nichts Besonderes.
Der Himmel (oder wer auch immer) hatte aber ein Einsehen und so kam es erst zum Schluss der Siegerehrung zum angekündigten Gewitter. Das hatte es dann aber in sich.
Am Start waren bei dem Lauf über die fackelerleuchteten Felder 109 Frauen, 215 Männer und 30 Staffeln. Das ist Teilnahmerekord und eben über diesen freuten sich die Cheforganisatoren Grit Schaller, Steffen Claus, Claus Ruckebrod, Holger Ott und Steffen Buse riesig. Ist er doch Lohn für die akribische Arbeit der vergangenen Monate.
Der Fackellauf hat sich in den fünf Jahren einen Namen gemacht. Nachtläufe sind in unserer Region etwas Besonderes und wenn dann noch die Organisation und das Drumherum (und meist auch das Wetter) stimmt…

Bär, Joe NimbleNamensgeber für den Fackellauf ist das Unternehmen Bär GmbH. Bequeme Qualitätsschuhe aus dem Familienbetrieb haben sich den besten Ruf „erlaufen“. Neben Alltagsschuhen für Arbeit und Freizeit, für die Stadt und fürs Gelände, gibt es auch Laufschuhe aus dem Hause Bär. Joe Nimble etwa ist die innovative Marke für Barfußschuhe. Für den Fackellauf wird man das Engagement als Titelsponsor fortsetzen, davon war Sebastian Bär überzeugt, der zum zweiten Mal auch selbst am Fackellauf teilnahm (67. Platz in 46:08 Minuten). „Wir finden es toll, dass ein neues Laufevent in Bietigheim entstanden ist. Der Fackellauf hat Charme.“

Auch der zweite Mann der Stadt Bietigheim-Bissingen folgte diesem Charme und das bereits zum vierten Mal. Nachdem Bürgermeister Joachim Kölz in den Vorjahren noch als Schlichter zwischen Veranstalter und Bauer („Die facklat meine Felder ab!“) ran musste, verlebte er in dieser Hinsicht einen ruhigen Abend, denn die Wogen wurden schon im Vorfeld geglättet. Er lief mit 45:04 min auf den 58. Platz. Respekt!
Für Stimmung sorgten nicht nur Streckenmoderator Achim Seiter und die Band „Formula 3“, die mit italienischen Klängen den Lauf begleitete, sondern auch die vielen Fans an der Strecke. Durch die drei Runden sehen die Fans ihre Läuferinnen und Läufer immer wieder und können sie so zu Bestleistungen oder auch nur zum Ankommen antreiben.

Der StartNach 2012, 2013 und 2015 war es wieder Markus Hauber vom LAZ Salamander, der dem Lauf seinen Stempel aufdrückte. Seine Siegerzeit: 31:42 min.
Fabian Lafrenz von der LG Neckar-Enz war schnellster Bietigheimer und Gesamtzweiter in 33:52 min. Drei Sekunden dahinter kam Moritz Pöndl von der TV Zell als Dritter ins Ziel.
Schon auf Gesamtrang 11 finishte Nicole Möbus vom TEAM AR SPORT. 37:54 min betrug ihre Laufzeit. Die 28jährige Grafikerin hatte auch in den beiden Vorjahren gewonnen.
Alina Würth startete auch für das veranstaltende TEAM AR SPORT. In 39:47 kam sie auf Rang zwei, vor Lina Scherzer der LAZ Salamander, die 41:35 Minuten benötigte.
In der Mannschaftswertung gewann das TEAM AR SPORT mit Thorsten Siegl, Igor Schiffner und Jonas Limmer in der Gesamtzeit von 1:48:44.
30 Staffeln machten sich auch auf den Weg in die fackelerhellte Nacht. Hierbei muss jeder Staffelteilnehmer eine Runde absolvieren. Ein toller Einstieg für jüngere Läuferinnen und Läufer oder für Mitglieder der Spaßfraktion, oder wofür genau stehen Staffelnamen wie PoPo Club, Jogetten, die gestiefelten Muskelkater oder die Spätburgundergang? Trotz des Namens siegte in sehr guten 35:16 min der PoPo Club mit Christian Muth, Timo Nguyen und Tobias Hirn.

VerkleidungEtliche Läuferinnen und Läufer nutzten den Fackellauf um neben einer sport-lichen Höchst-leistung auch beim Outfit etwas zu bieten. So flüchteten unter anderem zwei Gefangene vor der Polizei, zwei Läuferinnen liefen im 20er Jahre Outfit und ein Partykinderwagen mit dröhnender Musik, blinkenden Lichtern und einer Wasserspritze waren Start. Davon gerne im nächsten Jahr mehr.
Logistisch ist der Fackellauf für das TEAM AR SPORT eine Herausforderung. Außer einem Parkplatz bieten die Felder keine Voraussetzungen, die unabdingbar für einen tollen Lauf sind.
Meldebüro, Essen, Trinken, Umkleiden, Duschen, Zelt, … alles muss organisiert und vor Ort gebracht werden. Und selbst ein Teil der Laufstrecke muss gemäht werden.

Und natürlich brauchen auch die an der Laufstrecke aufgestellten Fackeln eine ganz besondere Form der Betreuung. Feuerlöscher, Wasserkübel, 40 (un)freiwillige Laien-Feuerwehrmänner, die richtige Feuerwehr und ein „Feuerwehr“-Besenwagen sorgten dafür, dass vermeintliche Funkenflüge keinen Schaden anrichten konnten. Wobei die Felder nach dem schwäbischen Dreimonatsapril eher an Reisplantagen erinnerten.

SiegerehrungBei der Siegerehrung, die Volker Kugel, der „Blumenflüsterer“ des Blühenden Barock und engagierte Läufer des TEAM AR SPORT übernahm, dankte dieser den Läuferinnen und Läufern, den Organisatoren und natürlich den Sponsoren ohne die solch ein Lauf nicht gestemmt werden kann.

Das war dann auch das Schlusswort, bevor der Himmel seine Schleusen öffnete und zu einem etwas abrupten Ende des „Feuerfestes“ führte.

Eine heiße und dann auch trockene Nacht versprechen die Veranstalter auch wieder für den Sommer 2017: Beim 6. Bietigheimer Fackellauf.

Wir sehen uns. Keine Ausrede!

Links:

Alle Ergebnisse findet ihr bei Sifi Timing.
Bilder und Bericht von Laufreport.

Bilder:

  • Nach dem Lauf

Galerie 2

Galerie 1


24. Juni 2016, 22:00 Uhr